- Beschreibung der Veranstaltung:
Das erste Kolloquium der Göttinger Kolloquien zur Digitalisierung des Zivilverfahrensrechts im Sommersemester 2025 wird sich mit dem Thema „Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Digitalisierung der Gerichtsbarkeiten" beschäftigen. Ziel der Veranstaltung ist es, prozessrechtsübergreifend herauszuarbeiten, welche strukturellen Herausforderungen und Gemeinsamkeiten bei der Digitalisierung der unterschiedlichen Fachgerichtsbarkeiten und Prozessordnungen bestehen. Neben einer wissenschaftlichen Betrachtung, die verfassungsrechtliche sowie einfachrechtliche Anforderungen beleuchtet, wird auch die praktische Umsetzung der Digitalisierung in den Gerichtsbarkeiten thematisiert.
Den ersten Vortrag des Kolloquiums wird Prof. Dr. Liane Wörner, LL.M. (UW-Madison), von der Universität Konstanz halten. Frau Professorin Wörner ist Inhaberin des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Strafrechtsvergleichung, Medizinstrafrecht und Rechtstheorie und leitet das Zentrum für Human|Data| Society. Sie hat einen Forschungsschwerpunkt im Bereich der Digitalisierung des Strafverfahrensrechts. Zuletzt veröffentlichte Frau Professorin Wörner einen Aufsatz zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Ermittlungsverfahren mit dem Titel „Weg von den Hürden, hin zu den Möglichkeiten: KI in Polizei und Straftatverfolgung“, (ZStW), 2024, S. 616–642. Zurzeit beschäftigt sie sich intensiv mit dem Thema "Quo vadis – Digitalisierung des Strafverfahrensrechts?" und arbeitet mit Dr. Mayeul Hiéramente und Prof. Dr. Dominik Brodowski, LL.M. (UPenn), an der Herausgabe eines Handbuchs zur Digitalisierung des Strafverfahrens.
Im Anschluss wird Ingo Behrens, Präsident des Verwaltungsgerichts Hannover, gemeinsam mit Dr. Niclas Stock, Richter am Verwaltungsgericht Hannover, die Perspektive der Verwaltungsgerichtsbarkeit darstellen. Sie werden sich mit den praktischen Herausforderungen der Digitalisierung in der Verwaltungsgerichtsbarkeit auseinandersetzen und insbesondere auf die Implementierung von IT-gestützten Systemen eingehen. Dabei werden sie über das Projekt "EMIL" berichten und einen Ausblick auf das Folgeprojekt "TABEA" geben. Zudem werden sie die zentralen Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung dieser Systeme beleuchten, darunter die technischen und organisatorischen Hürden, die es zu überwinden gilt, sowie die Widerstände, die bei der Einführung auftreten können.
Den Abschluss des Kolloquiums bildet der Vortrag von Prof. Dr. Christian Gomille von der Universität des Saarlandes. Herr Professor Gomille ist Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Europäisches und Internationales Privatrecht sowie Zivilprozessrecht und forscht intensiv zur Digitalisierung des Zivilverfahrensrechts. Sein wissenschaftliches Interesse gilt insbesondere der Digitalisierung der Hauptverhandlung sowie der Einbindung und Handhabung digitaler Beweismittel im Zivilprozess. In seinem Vortag wird er auf die spezifischen Herausforderungen und Potenzialen der Digitalisierung des Zivilverfahrensrechts eingehen.
Das Kolloquium bietet eine Plattform für den interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch und einen praxisnahen Einblick in die Herausforderungen der Digitalisierung der Fachgerichtsbarkeiten. Die Veranstaltung richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Praktikerinnen und Praktiker sowie an alle Interessierten, die sich mit der Digitalisierung des Verfahrensrechts befassen.
- Dozenten der Veranstaltung:
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Ingo Behrens
Präsident des Verwaltungsgerichts Hannover
Prof. Dr. Christian Gomille
Universität des Saarlandes
Prof. Dr. Liane Wörner, LL.M. (UW-Madison)
Universität Konstanz
Dr. Niclas Stock
Richter am Verwaltungsgericht Hannover
Daten der Veranstaltung:
Jessica Laß, Präsidentin des Landgerichts
- 23. Jun. 2025 17:00 - 19:30 Uhr